Über mich 1

 

„Was kann das Bild?“

 

Diese übergeordnete Frage beschäftigt mich.

 

Alles, was auf der Bühne passiert, begreife ich als Bild, ein Bild das sich bewegt und verwandelt.

Eine eigenständige Welt, die sich der abschließenden Deutung entzieht.

 

Wie werden meine Beobachtung zu einem Bild, das der Zuschauer als Teil seiner Realität wieder erkennt?

Folglich we entsteht Authentizität auf der Bühne?

 

Lässt sich Authentizität konstruieren?

 

Auf Basis dieser Fragen habe ich die Figur der Kunstschwester Richmute erfunden.

 

Die Kunstschwester Richmute ist ein Bild, in das ich mich selber verwandle, um aus dem Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Realitätsbehauptungen den Effekt der Authentizität zu konstruieren.

 

Ich als Nichtschauspielerinnen, stelle eine fiktive Figur dar, die deshalb echt wirkt,

weil ich nicht spiele und das ist wichtig, denn das Eigentliche, ist nicht die Figur, sondern ihr Bericht.

 

Dieser Bericht, die sogenannten humanistischen Unterweisungen sind als Serie angelegt.

Eine Folge dauert 50 Minuten.

Diese Berichte schlagen eine Brücke vom Botenbericht der antiken Tragödie zum heutigen TEDTalk.

 

Sie handeln in theatralischer, unterhaltsamer Weise vom Umgang mit dem Schrecken in uns.

Dem Schrecken in Form von Krankheit und Tod, den wir gerne ausblenden und ausgrenzen.

 

 

Ich frage weiter:

Kann das Bild, das so entsteht einen kathartischen Prozess initiieren?

 

Einfluss auf die Realität der Akteure und der Zuschauer nehmen?

 

die Wahrnehmung verändern?

 

Ängste abbauen?

 

Ein Gefühl der Zugehörigkeit erzeugen?

 

Zum Ritual werden?

 

Die Berichte, die sogenannten humanistischen Unterweisungen sind gedacht als gemeinsame Erfahrung: der Akteurin mit dem Publikum, das Publikum mit der Akteurin und das Publikum, jeder einzelne mit sich.

 

Meine Arbeitsweise ist hier interdisziplinär: ich bin Performer, bildende Künstlerin, Autorin und in gewisser Weise auch Regisseurin in einer Person.

 

Ich arbeite aber auch mit einem Regisseur, einem Kameramann und einem Lichtdesigner zusammen. Sie begleiten die Entstehung der Texte und der Aufführung.

Uns verbindet das Interesse wie wir unsere sich rasant verändernde Welt als Künstler reflektieren, wie wir szenisch und bildnerisch reagieren.

 

In einer Zeit in der traditionelle, Sinn stiftende Gemeinschaften und Rituale nicht mehr tragfähig und zeitgemäß erscheinen, ist diese Arbeit der Versuch, ein neues Ritual im theatralischen Umfeld zu schaffen.

 

Mir geht es darum den spielerischen Dialog - der traditionell auf der Bühne zwischen den Schauspielern stattfand, die dort als Stellvertreter agierten - ins Publikum zu tragen.

 

CV

 

 

geboren 1980 in Hamburg,

aufgewachsen in Berlin.

Abitur, Bühnenbild und Malereistudium UdK Berlin, Universität Mainz - Diplom

Aufbaustudium Theaterregie Theaterakademie Hamburg 2003-2005.

 

Zuerst Arbeit als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin

Oper und Schauspiel, Staats- und Stadttheater, darunter Wiener Festwochen, Schauspielhaus Zürich, Schauspiel Stuttgart, Theater Heidelberg, Theater Bremen, Kampnagel.

 

später auch Regie und Performance Projekte an der Schnittstelle Bildende Kunst und Theater.

Zunächst verschiedene Konzepte, Texte, Stückentwicklungen in denen Schauspieler und Musiker agierten

 

2017 Entwicklung der Kunstfigur Richmute und die Humanistische Unterweisung.

 

Ausstellungen

Hinterconti, Hamburg 2008, 2010 und 2011

Galerei Mutter Fourage, Berlin 2013

Kuboshow, Herne 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018